Vor Durst krepieren

Während wir in unseren Breitengraden in der Hitzewelle ohne Probleme den Durst stillen und uns erfrischen können, ist dies für die Sans-Abris in St. Petersburg absolut nicht der Fall.

Kein Wasser für die Ärmsten
Mehr als einmal haben wir über diese schreckiche Problematik gesprochen. Wir müssen feststellen, dass sie immer noch besteht. Das Thermometer zeigt auch dort hohe Werte an.
Angesichts dieser Tatsache lanciert Nochlechka eine Aktion zum Sammeln von Trinkwasser. Dieses soll anschliessend mit Hilfe des Nachtbusses verteilt werden.

Zehntausende leiden Durst
Vom 1. bis zum 8. August führen wir diese Aktion durch, um die Ansicht über das Schicksal der Mitbürger zu sensibilisieren, die keinen Zugang zu Trinkwasser haben, sagt uns Andrei Schapaev, bei Nochlechka verantwortlich für die humanitären Aktionen.
Wir bitten die Petersburger, uns stilles Wasser in Halbliterflaschen zu bringen, dies ist am besten geeignet, fügt Andrei bei.

Die Entgegennahme der wertvollen Flüssigkeit findet von 9 bis 22 Uhr in den Räumen der NGO statt.

Zudem bitten wir die Sans-Abris, leere Flaschen zu den Haltestellen des Nachtbusses zu bringen.
Es sei hier wiederholt, dass es in St. Petersburg keinen Ort gibt, wo man Trinkwasser findet.
Die Obdachlosen sind gezwungen, Wasser aus den stark verschmutzten Wasserläufen in der Stadt zu trinken, aus Flüssen und Kanälen, was natürlich schädlich Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat.
Ausserdem haben sie schlicht und einfach keinen Ort, um sich zu waschen: Die Stadt besitzt keine kostenlosen Duschen und die öffentlichen Bäder verweigern ihnen den Eintritt.
Es stört uns, dass einige von ihnen übel riechen, wir kommen aber gar nicht auf die Idee, dass sie keine Möglichkeit haben, sich und ihre Kleider zu waschen, fasst Andei Schapaev zusammen.l

Den ganzen Tag ohne einen Tropfen
Im vergangenen Jahr haben wir in einem vergleichbaren Moment Sergei getroffen, das Gesicht vom Überlebenskampf gekennzeichnet. Er berichtete uns von seinem Elend, ohne Wasser zu sein.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, Trinkwasser zu haben: Etwas Geld verdienen und es kaufen, was angesichts unserer Bedingungen alles andere als selbstverständlich ist oder auf die Toiletten eines Fastfood-Restaurants zu gehen.
Wenn unsere Kleider aber schmutzig sind, ist es schwierig, dort hinein zu kommen und Wasser zu trinken. Manchmal wählen wir jemanden unter uns mit den am wenigsten dreckigen Kleidern, der die Rolle des Wasserträgers für uns alle spielt.
Es gibt Tage, an denen ich nichts zum Trinken kaufen kann und vor Durst krepiere. Heute habe ich zum Beispiel vor 19h30 nichts getrunken.

Ihre Hilfe Sie retten Leben

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