
Eine Waise in Russland zu sein, ist oft noch gleichbedeutend mit einer Existenz in grosser Armut, am Rande der Gesellschaft und ohne irgendwelche administrativen Rechte.
Das russische Heimwesen für Waisen hat sich von einem Modell grosser staatlicher Institutionen zu einer Priorisierung der Platzierung in Pflegefamilien entwickelt.
Die Unterbringung in Pflegefamilien (foster care) wird heutzutage bevorzugt. Diese sind ein fester Bestandteil des Erziehungssystems für Waisenkinder.
Aus diesem Grund wurden zahlreiche klassische Waisenhäuser geschlossen oder in Unterstützungszentren für Familien umgewandelt, um die Verwahrlosung von Kindern zu verhindern.
Starker Rückgang
Derzeit ist in Russland die Zahl der Waisenkinder, die in staatlichen Einrichtungen leben, stark rückläufig. Während es in den Jahren 1990-2000 noch mehr als 600’000 Kinder waren, lebten Anfang 2024 noch etwa 32’000 bis 34’000 Waisenkinder in Waisenhäusern (im Jahr 2006 waren es noch 180’000).
Der aktuelle Trend zeigt, dass der russische Staat dazu neigt, das relative Scheitern der gesellschaftlichen Integration von Waisenkindern durch eine Militarisierung ihres Entwicklungsweges zu kompensieren.
Einige Statistiken zu diesem Thema
| Indikator | 2010 | Aktuelle Situation (2024-2025) |
| Obdachlos | 20 % | ~48 % (auf eine Unterkunft wartend oder in unzumutbarer Unterkunft) |
| Selbstmord | 10 % | 10 % (stabil, Weltrekord) |
| Arbeitslos | 33 % | 33 % (starker Anreiz, sich für den Wehrdienst zu melden) |
| Gefährdet | 50 % | ~60 % (einschliesslich neuer sozialer Waisen) |
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