NOCHLEZHKA
Ein Licht in der Nacht
Die Organisation Nochlezhka, (Nachtasyl, auf russisch), wurde 1991 in Sankt-Petersburg von Valeri Sokolov gegründet, der selbst Opfer der ökonomischen Krise war, die durch den brutalen Wechsel des politischen Regimes ausgelöst wurde. In der chaotischen Jelzin-Zeit hat diese ungewöhnliche Initiative die Aufmerksamkeit der Medien auf sich lenken können, und hat durch ihr Know-how eine gewisse Bekanntheit erlangt.
Die zehn Angestellten und etwa sechzig Freiwilligen von Nochlezhka führen verschiedene Programme durch, die sich für die psychologische und soziale Rehabilitierung der Sans-Papier und der Obdachlosen einsetzen. Sie verteidigen ihre Rechte und engagieren sich täglich in unterschiedlichen Aktionen für diejenigen, die gar nichts haben.
Die Ziele von Nochlezhka sind:
Es den Obdachlosen zu ermöglichen ein Minimum an Nahrung und Pflege zu erhalten und ihre administrative Idenität, die sogenannte Propiska wiederzuerlangen, ohne die der russische Bürger ein Niemand ist. Im Gegensatz zu Europa ist in Russland die grosse Mehrheit der Obdachlosen Opfer des bürokratischen Systems und nur etwa 5% von ihnen kann man mit jenen Obdachlosen vergleichen, die bei uns leben. Der Staat bietet dieser sozialen Randgruppe keinerlei Unterstützung an, sondern ignoriert sie, obwohl sie nicht zu übersehen ist.
Anstatt soziale Hilfe zu bieten, begnügt sich der russische Staat mit einer Verneinung des Problems.
Die Autoritäten von St. Petersburg anerkennen es ohne Umschweife: Seit den letzten zehn Jahre wird ein winziger Teil des Budgets für soziale Probleme verwendet. Sie geben zu, dass die Stadt das Problem den NGOs überlässt. Und die gegenwärtige Krise wird diese Einstellung alles andere, als ändern.
Auf Grund der Krise erhält Nochlezhka von ihren Partnerorganisationen weniger finanzielle Unterstützung, als im vorherigen Jahr. Einen sehr spärlichen Beitrag leistet auch die Stadt St. Petersburg. Die russische Inflation, bei 9 %, erschwert es der russischen NGO, alle geplanten Programme durchzuführen.
Trotz Versprechungen der Entwicklungsministerin Elvira Nabiullina (Artikel in der Nochlezhka Gazette) unternimmt die russische Regierung wenig, um die Gesetzgebung zu Gunsten der Sans-Papiers zu ändern.
Die Unterstützung von ausländischen NGOs neben Nochlezhka ist weiterhin unerlässlich. Dasselbe gilt für die Hilfe von Privatunternehmen und BürgerInnen, die durch die Absurdität dieser tragischen Situation wachgerüttelt wurden. Es ist wichtig, dass sie aktiv werden und die Tätigkeiten von Nochlezhka langfristig unterstützen. NSS zählt auch auf Sie.
Eine wichtige Hilfe dafür, dass die Obdachlosen den Status eines Menschen erhalten.